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Likelihood ratio (LR)

Die likelihood ratio gibt an, um wievielmal häufiger ein positives Testresultat bei Personen mit Erkrankung vorkommt im Vergleich zu Personen ohne Erkrankung. (Auch Personen ohne Erkrankung können einen positiven Test aufweisen).

In der Diagnostik dient die likelihood ratio dazu die Posttestwahrscheinlichkeit (für das Vorliegen einer Erkrankung) unter Einbezug der Prätestestwahrscheinlichkeit (für das Vorliegen einer Erkrankung) zu errechnen. Am einfachsten geschieht dies mit Hilfe des Likelihood-Nomogramms. Die likelihood ratio hat für jeden klinischen Test und die entsprechende diagnostische Situation einen festen, empirisch ermittelten Wert.

Eine „gute“ likelihood ratio für positive Testresultate (positive likelihood ratio), mit der die Posttestwahrscheinlichkeit deutlich erhöht werden kann, ist >10.

Eine „gute“ likelihood ratio für negative Testresultate (negative likelihood ratio), mit der die Posttestwahrscheinlichkeit deutlich verringert werden kann, ist <0.1.

Synonyme: LR