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Studiendesign

Mit dem Studiendesign wird der methodologische Aufbau einer Studie bezeichnet. Es gibt folgende Studiendesigns:

  • Randomisierte kontrollierte Studie (RCT):
    Vergleich der Wirksamkeit einer therapeutischen Intervention (wie zum Beispiel eine medikamentöse Therapie beim Asthma bronchiale) mit der Wirksamkeit eines Placebos oder eines anderen Präparats. RCTs sind prospektive Studien.
  • Äquivalenzstudie / Nicht-Unterlegenheitsstudie:
    Bei dieser Art von Studien muss nicht gezeigt werden, dass die neue Behandlung besser als die Referenzbehandlung ist, sondern nur gleich gut, oder nicht unterlegen. Wird angewendet, falls ein Vergleich mit Placebo unethisch ist, oder wenn die neue Behandlung nicht besser wirkt (Effizienz), aber weniger Nebenwirkungen hat als die Vergleichsbehandlung. Für diese Art von Studien braucht man sehr viele Patienten.
  • Kohortenstudie:
    Eine definierte Gruppe (Kohorte) wird über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 20 Jahre) beobachtet, um die mögliche Ursache (z.B. Rauchen) einer Erkrankung (z.B. Lungenkrebs) zu identifizieren. Kohortenstudien sind prospektiv.
  • Fall-Kontroll-Studie (case control study):
    Eine Gruppe von Patienten mit einer Erkrankung (=cases) wird mit einer demografisch ähnlichen Gruppe ohne die Erkrankung (=controls) verglichen. Die cases und die controls werden dabei erst retrospektiv identifiziert. Die Fall-Kontroll-Studie findet häufig bei der Ursachenforschung von sehr seltenen Erkrankungen Anwendung.
  • Systematic Review:
    Auf systematische Weise wird die gesamte Literatur zu einer Forschungsfrage identifiziert und beurteilt.
  • Diagnostische Studie:
    Es wird die Genauigkeit eines diagnostischen Tests (oder Screeningtests) untersucht, um die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Krankheit zu bestimmen.