Glossar

Studiendesign

Mit dem Studiendesign wird der methodologische Aufbau einer Studie bezeichnet. Es gibt folgende Studiendesigns:
  • Randomisiert, kontrollierte Studie: Vergleich der Wirksamkeit einer therapeutischen Intervention (wie zum Beispiel eine medikamentöse Therapie beim Asthma bronchiale) mit der Wirksamkeit eines Plazebos oder eines anderen Präparats.
  • Kohortenstudie: Eine definierte Gruppe (Kohorte) wird über einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel fünf Jahre) beobachtet, um die mögliche Ursache (Rauchen) einer Erkrankung (Lungenkrebs) zu identifizieren.
  • Case-Control-Studie: Eine Gruppe von Patienten mit einer Erkrankung (=cases) wird mit einer demografisch ähnlichen Gruppe ohne die Erkrankung (=controls) verglichen. Die cases und die controls werden dabei erst retrospektiv identifiziert. Die Case-Control-Studie findet häufig bei der Ursachenforschung von sehr seltenen Erkrankungen Anwendung.
  • Systematic Review: Auf systematische Weise wird die Literatur zu einer Forschungsfrage identifiziert und beurteilt.
  • Diagnostische Studie: Es wird die Genauigkeit eines diagnostischen Tests (oder Screeningtests) untersucht, um die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Krankheit zu bestimmen.

Die Daten werden je nach Studiendesign prospektiv oder retrospektiv gesammelt. In einer randomisiert, kontrollierten Studie werden die Daten von einem gegebenen Zeitpunkt an (prospektiv) gemäss einem vor Studienbeginn festgelegten Studienprotokoll erfasst. Bei Case-Control-Studien wird versucht, Daten von erkrankten Menschen aus der Zeit vor Ausbruch der Krankheit zu identifizieren. Das heisst, bei diesem Studientyp identifiziert man (retrospektiv) Daten, die in der Vergangenheit erfasst wurden.