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Antikoagulation von Patienten mit Vorhofflimmern: Apixaban 2 x 5 mg/täglich ist die beste Option

Verfasser: Johann Steurer,

Frage:

Präventive Wirksamkeit und Sicherheit der verschiedenen Antikoagulantien bei Patienten mit nicht-valvulär verursachtem Vorhofflimmern?

Hintergrund:

Zur Prävention thromboembolischer Komplikationen wird vielen Patienten mit einem Vorhofflimmern eine Antikoagulation empfohlen. Die herkömmliche Antikoagulation mit einem Vitamin K-Antagonisten hat den Nachteil regelmässiger Blutentnahmen um den INR-Wert zu bestimmen und eventuell die Dosis anzupassen. Die neuen Antikoagulantien (direkte Inhibitoren von Faktor II oder Faktor Xa) sind nach den Ergebnissen bisheriger Studien ebenso wirksam wie die Vitamin K-Antagonisten, das Blutungsrisiko ist aber mit den neuen Antikoagulantien etwas geringer.

In dieser Arbeit haben die Autoren die Ergebnisse der verschiedenen Studien zusammengefasst und die Wirksamkeit, das Blutungsrisiko und die Kosten der verschiedenen Antikoagulantien miteinander verglichen.

Einschlusskriterien:

  • Randomisierte Studien in denen die Wirksamkeit und Sicherheit der verschiedenen neuen Antikoagulantien miteinander, oder mit Warfarin, bei Patienten mit einem Vorhofflimmern verglichen wurden.
  • Die Autoren fokussierten auf fünf neue Antikoagulantien; Apixaban, Betrixaban, Edoxaban, Rivaroxaban und Dabigatran

Ausschlusskriterien:

  • Studien mit Eribaxaban wurden ausgeschlossen (der Entwicklungsstand des Medikaments, Zulassung war bei Durchführung der Studie nicht bekannt).

Studiendesign und Methode:

Systematic Review mit Netzwerkmetaanalyse

Studienort:

Weltweit

Interventionen:

  • Verschiedene neue Antikoagulantien wurden miteinander und/oder gegen Warfarin verglichen

Outcome:

  • Vergleich des präventiven Effekts – Verhinderung arterieller Thromboembolien – und Häufigkeit von Blutungen

Resultat:

  • Die Ergebnisse von 23 Studien mit insgesamt fast 95 Tausend Patienten konnten in die Analyse einbezogen werden.
  • Das mittlere Alter der Teilnehmer variierte zwischen den einzelnen Studien zwischen 63 und 82 Jahren; der Anteil männlicher Patienten lag zwischen 45% und 83%.
  • Patienten mit einem Schlaganfall in der Anamnese variierten zwischen 5% und 64%, Patienten mit einer Hypertonie zwischen 38% und 94%.
  • Reduktion des Schlaganfallrisikos: Apixaban (2 x 5 mg/täglich), Dabigatran (2 x 150 mg/täglich), Edoxaban (1 x 60 mg/täglich) und Rivaroxaban (1 x 20 mg/täglich) verringerten im Vergleich mit Warfarin das Risiko.
  • Das Risiko von Blutungen der neuen Antikoagulantien war unterschiedlich hoch, aber geringer als mit Warfarin.

Kommentar:

  • Mit enormem Aufwand haben die Autoren die Ergebnisse verschiedener Studien miteinander verglichen und kommen zur Konklusion, dass Apixaban (2 x 5 mg/täglich) die beste Therapieoption bei den meisten Patienten mit Vorhofflimmern ist. (Auf den weiteren Rängen, nach den Autoren der Studie, folgen Rivaroxaban, Edoxaban und Dabigatran).
  • Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die neuen Antikoagulantien nicht bei allen Patienten die bessere Therapieoption sind. Bei Patienten mit Nierenerkrankungen bleibt Warfarin eine wichtige Option.

Literatur:

López-López JA et al. Oral anticoagulants for prevention of stroke in atrial fibrillation: systematic review, network meta-analysis, and cost effectiveness analysis. BMJ 2017; 359: