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Bei jungen Patienten mit Mitralklappenprolaps ist das Risiko eines Schlaganfalls nicht erhöht

Verfasser: Martin Büchi,

Frage:

Gibt es eine Assoziation zwischen Mitralklappenprolaps und Schlaganfall bei jungen Leuten?

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit akutem Schlaganfall oder TIA
  • Alter < 45 Jahre

Ausschlusskriterien:

  • Keine

Studiendesign:

Case-control Studie

Studienort:

Massachusetts General Hospital, Boston, USA

Outcome:

  • Prävalenz des Mitralklappenprolaps bei Schlaganfall/TIA Patienten und bei Kontroll Patienten (Onkologie Patienten welche vor kardiotoxischer Chemotherapie eine Echokardiographie erhielten)

Resultat:

  • Die Häufigkeit eines Mitralklappenprolaps war bei den Studien-Patienten 1.9% bei den Kontroll-Patienten 2.7%.
  • Von den 213 Patienten mit einem akuten neurologischen Ereignis hatten 142 eine erklärbare Ursache für das Ereignis. Bei 93 Patienten fand sich eine Erkrankung des Karotis- oder des Vertebralissystems, bei 49 wurde eine kardiale Emboliequelle gefunden.
  • Von den 71 Patienten ohne klare Ursache für das neurologische Ereignis fanden sich bei 46 Patienten Rsikofaktoren für Artheriosklerose, 2 hatten einen Lupus erythematodes, 2 eine Koagulationsstörung, 2 ein offenes Foramen ovale und 2 waren Alkoholiker. Bei 16 Patienten fand sich keine Ursache resp. keinen Risikofaktor für das Ereignis.

Kommentar:

  • Eine Assoziation zwischen Mitralklappenprolaps und akutem ischämischen neurologischen Ereignis konnte nicht nachgewiesen werde.
  • Die Häufigkeit eines Mitralklappenprolaps bei jungen Patienten mit Schlaganfall oder TIA ist bedeutend tiefer als bisher veröffentlicht wurde und ist nicht verschieden von der einer Kontrollgruppe.
  • Die Unterschiede zu früheren Publikationen sind mit dem strikten Anwenden von 2D-Echokardiographie Kriterien für die Diagnose des Mitralklappenprolaps zu erklären.
  • Diese Resultate sind in Uebereinstimmung mit den Daten welche kürzlich von der Framingham Heart Study Kohorte publiziert wurden