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Erfassen von modernen Spinalen Implantaten durch Flughafen Detektoren

Verfasser: Maria Wertli,

Frage:

Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob die an Flughäfen eingesetzten Metalldetektoren Metall Implantate der Wirbelsäule detektieren. Weiter wurde untersucht, ob die Detektionsrate von der Metallgrösse oder der Lokalisation im Körper abhängt.

Hintergrund:

Nach dem Terroristenangriff im 9/11 wurden die Sicherheitsmassnamen an den Flughäfen erhöht. Nicht nur die Intensität der Kontrollen, sondern auch die Sensitivität der Screening-Geräte wurde erhöht. Weltweit werden nun Bogenmetalldetektoren (BoDe) eingesetzt. Wird bei diesen ein Alarm ausgelöst, erfolgt eine Bestätigung mit einem Handmetalldetektor (HaDe). Patienten mit Implantaten der Wirbelsäule sind besorgt, ob die Implantate einen Alarm bei den Detektoren auslösen können. Detektionsraten sind für verschiedene orthopädische Implantate bekannt. Für Wirbelsäulen Implantate sind bisher jedoch keine Daten erhältlich.

Einschlusskriterien:

  • Ex vivo Studie: 1 Freiwilliger
  • In vivo Studie: 40 Patienten mit modernen Wirbelsäulenimplantaten
  • Englisch Muttersprache
  • Selbständige Gehfähigkeit
  • Repräsentieren ein Spektrum von Eingriffen und Implantate, Körperhabitus

Ausschlusskriterien:

  • Keine

Studiendesign und Methode:

Design: Prospektive Kohorten Studie

Methode: Patientenakten und Röntgenbilder wurden beurteilt, Typ und Anzahl der Implantate bestätigt, Metalllegierung und Länge der Schrauben. Die Masse der Implantate wurde bestimmt durch das Wägen von gleichen Materialien, die an Lager waren mittels einer elektronischen Waage.

Die Detektionsrate der Implantate wurde mit einem Standard Bogenmetalldetektor (BoDe) und einem Hand Metalldetektor (HaDe) gemessen.

Studienort:

East Midlands Airport, Nottingham, United Kingdom

Interventionen:

  • Ein Standardgerät der neusten Generation wurde als Bogenmetalldetektor (BoDe) eingesetzt: CEIA Elliptic 02PN20 (Italien, www.ceia.net). Er erfüllt die Vorgaben des Departements für Transport UK und der United States Transportation Security Administration (detektieren von magnetischen, nicht-magnetischen und mixed-composition Waffen limitierter Grösse und minimalen Gewichts).
  • Der Handmetalldetektor (HaDe) besteht aus mehreren Magnetspulen, welche ein uniformes Magnetfeld generieren. Es wurde der Scanna AD16 verwendet.
  • Beide Detektoren wurden auf dem europäischen Standard Sensitivitätslevel eingestellt.
  • Ex vivo Studie: 1 Freiwilliger ging ohne Schuhe, Gürtel und Schmuck durch den BoDe. Als Kontrolle diente ein Durchgang mit Mobiltelefon, welches einen Alarm beim BoDe auslöste. Danach wurde bei jedem Durchgang eine steigende Anzahl verschiedener Kombinationen von Metallen an die Extremitäten geklebt oder in den Hosensäcken mitgetragen. Titan Implantate waren u.a. Pedikelschrauben, Haken, Stangen, Bandscheibenersatz.
  • In vivo Studie:  Alle 40 Teilnehmenden gingen insgesamt 3mal durch den BoDe. Bei jeder Person wurde zudem dreimalig mit dem HaDe ventral und dorsal über den Rumpf und den Nacken abgefahren. Die Inzidenz der Alarme wurde registriert.

Outcome:

Primärer Outcome

  • Inzidenz der Detektion von Metall

Resultat:

  • Ex vivo Studie: Der BoDe detektierte keine Metall bis zu einer Titan Gesamtmasse von 215g. Der HaDe detektierte alle Instrumente bis auf eine Distanz von 5cm. Die minimale Masse, die detektiert wurde, war Titan von 2g (eine 3.5mm cervicale laterale Schraube)
  • In Vivo Studie:
  • Der BoDe detektierte keine Implantate.
  • Der HaDe detektierte keine isolierten anteriore lumbale oder thorakale Implantate.
  • Der HaDe detektierte alle posterioren, chirurgischen Implantate (cervical, thorakal, lumbal: Platten, Schrauben, Stange) und posteriore sweeps.
  • Weder der HaDe noch der BoDe detektierten lumbale und cervicale Bandscheiben Ersatze.
  • Der HaDe detektierte anteriore, cervicale Platten und Cages.
  • Es bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Detektionsrate des HaDe und dem BMI, der totalen Metallmasse oder der Metalldichte.

Kommentar:

  • Praktische Studie, deren Resultat in die Beratung von Patienten nach Wirbelsäuleneingriffen einfliessen sollte. Eine entsprechende Dokumentation (analog des Schrittmacherausweises) für Reisezwecke ist zu erwägen.
  • Zwar detektieren die aktuellen Bogenmetalldetektoren, die an Flughäfen eingesetzt werden, moderne Wirbelsäulenimplantate nicht. Wird ein Alarm aus anderen Gründen ausgelöst (Schmuck oder ähnliches), muss damit gerechnet werden, dass posteriore Implantate und anteriore, cervicale Platten und Cages beim Handdetektor einen Alarm auslösen.

Literatur:

  • Detection of Modern Spinal Implants by Airport Metal Detectors Spine 2012; 37: 2011 – 2016