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Patienten mit symptomatischer COPD: weniger Exazerbationen mit einer Tripeltherapie

Verfasser: Johann Steurer,

Frage:

Wirksamkeit – Rate an Exazerbationen – einer Tripeltherapie (inhalativ), verglichen zu einer Zweiertherapie bei Patienten mit einer symptomatischen COPD?

Hintergrund:

Bei Patienten mit einer schweren COPD und dem Risiko gravierender und/oder häufiger Exazerbationen wird eine Dreifachtherapie empfohlen, bestehend aus einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA), einem langwirksamen Anticholinergikum (LAMA) und einem inhalativen Steroid. Bisher mussten Patienten für eine solche Therapie mehrere »Inhaler« verwenden und damit war die Adhärenz zur Therapie nicht besonders hoch.

Nun gibt es einen »Inhaler« in dem alle drei Substanzen enthalten sind und in dieser Studie wird der Effekt, verglichen zu einer Zweiertherapie, einer einmal täglichen Inhalation untersucht. Enthalten sind in dem »Tripel-Inhaler« Fluticason 100 mg, Umeclidinium (LAMA) 62.5 mg und Vilanterol (LABA) 25 mg.

Einschlusskriterien:

  • Patienten älter als 40 Jahre mit einer symptomatischen COPD (COPD-Assessment-Test mehr als 10 Punkte auf einer Skala zwischen 0 und 40)
  • FEV1 weniger als 50 % und anamnestisch mindestens eine moderate oder schwere Exazerbation im vergangenen Jahr, oder
  • FEV1 zwischen 50% bis 80% und mindestens zwei moderate oder eine schwere Exazerbation im vergangenen Jahr

Studiendesign und Methode:

Randomisierte Studie

Studienort:

Zentren in 37 Ländern

Interventionen:

  • Gruppe 1: Tripeltherapie in einem Inhaler mit Fluticason 100 mg, Umeclidinium (LAMA) 62.5 mg und Vilanterol (LABA) 25 mg
  • Gruppe 2: Zweiertherapie mit Fluticason 100 mg und Vilanterol (LABA) 25 mg
  • Gruppe 3: Zweiertherapie mit Umeclidinium (LAMA) 62.5 mg und Vilanterol (LABA) 25 mg

Outcome:

Primärer Outcome nach einem Jahr

  • Jährliche Rate an moderaten oder schweren Exazerbationen der COPD (die Patienten führten eine elektronisches Tagebuch; wenn Symptome einer Verschlechterung auftraten wurde der Studienleiter kontaktiert;  er legte aufgrund der Behandlung fest ob es sich um eine milde Exazerbation (Behandlung mit Albuterol), eine moderate (Behandlung mit systemischen Steroiden oder Antibiotika) oder eine schwere Exazerbation (Hospitalisation oder Tod) handelt.

Resultat:

  • 10'355 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen (4’151 erhielten die Tripeltherapie, 4’134 Fluticason und Vilanterol und 2’070 Umeclidinium und Vilanterol.
  • Zwei Drittel waren Männer, das mittlere Alter lag bei 65 Jahren, der mittlere BMI lag bei 26.
  • Das FEV1 nach Bronchodilatation lag im Schnitt bei 45 % und der Score des COPD-Assessment-Tests bei 20 Punkten.
  • Die Rate moderater oder schwerer Exazerbationen war: 0.91/Jahr in der Gruppe mit Tripeltherapie, 1.07/Jahr in der Gruppe mit Fluticason und Vilanterol, und 1.21/Jahr in der Gruppe, die mit Umeclidinium und Vilanterol behandelt wurde. Die Unterschiede zwischen der Tripeltherapie und den beiden Zweiertherapien sind statistisch signifikant. Die Raten schwerer Exazerbationen lagen bei 0.13, 0.15 und 0.19 pro Jahr.
  • Das Nebenwirkungsprofil war in allen drei Gruppen ähnlich; einzig Pneumonien waren in den mit inhalativen Steroiden behandelten Gruppen häufiger als in denen ohne Steroide. (95.8/1’000 Patientenjahre in der Tripeltherapiegruppe, 96.6/1’000 Patientenjahre in der Gruppe, die mit Fluticason-Vilanterol behandelt wurde und 61.2/1’000 Patientenjahre in der Gruppe mit Umeclidinium-Vilanterol).

Kommentar:

  • Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass die Rate an schweren oder moderaten Exazerbationen bei Patienten mit einer symptomatischen COPD mit einer Dreiertherapie (inhalative Steroide plus LAMA plus LABA) geringer ist als mit einer Zweiertherapie.
  • In den Gruppen mit einer Steroidbehandlung (inhalativ) ist die Rate an Pneumonien höher als in den anderen Gruppen.

Literatur:

Lipson DA et al. Once-Daily Single-Inhaler Triple versus Dual Therapy in Patients with COPD. N Engl J Med 2018. DOI: 10.1056/NEJMoa1713901.