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Peginterferon ist wirksamer als Interferon bei chronischer Hepatitis C.

Verfasser: Johann Steurer,

Frage:

Ist Peginterferon alfa 2a bei der Behandlung der chronischen Hepatitis C effektiver als Interferon alfa 2a? (Peginterferon ist eine modifizierte Form des Interferons mit einer zusätzlichen Polyäthylenkette)

Einschlusskriterien:

  • Anti HCV Antikörper positiv
  • HCV-RNA > 2000 Kopien pro ml
  • Erhöhte SGPT-Werte, zweimal im Abstand von 6 Monaten
  • Histologische Befunde, die mit einer chronischen Hepatitis C vereinbar sind

Ausschlusskriterien:

  • Neutropenie und/oder Thrombopenie
  • Erhöhte Kreatintininwerte, um das 1.5-fache der Norm
  • Erhöhtes Alpha Fetoprotein > 25 ng/ml
  • Koinfektion mit Hepatitis A oder B, HIV
  • Dekompensierte Lebererkrankung, Organtransplantation, schwere kardiale oder pulmonale Erkrankung
  • Psychiatrische Erkrankung, schwere Retinopathie, Epilepsie

Studiendesign:

Offen, randomisierte Studie, Intention to treat Analyse

Studienort:

Multicenter, international

Intervention:

  • Gruppe 1: 180 mg Peginterferon einmal wöchentlich subkutan für 48 Wochen
  • Gruppe 2: Interferon 6 Millionen Einheiten dreimal wöchentlich für 12 Wochen und dann dreimal 3 Millionen Einheiten für die restlichen 36 Wochen

Outcome:

  • Virologischer Response: Fehlender Nachweis von HCV- RNA (weniger als 100 Kopien pro ml) nach 72 Wochen
  • Normalisierung der SGPT nach 72 Wochen
  • Histologische Verbesserung ( Verbesserung im histologischen Score um mehr als 2 Punkte)
  • Nebenwirkungen

Resultat:

  • Von 631 gescreenten Patienten erfüllten 531 die Einschlusskriterien
Outcome Peginterferon (CI) Interferon (CI)
Fehlender Nachweis von RNA nach 48 Wochen 69% (63-75)* 28% (22-33)
Fehlender Nachweis von RNA nach 72 Wochen 39% (33-45)* 19% (14-24)
Normalisierung der SGPT nach 48 Wochen 46% (40-52) 39% (33-46)
Normalisierung der SGPT nach 72 Wochen 45% (39-51)* 25% (20-30)
Virologische und biochemische Antwort nach 48 Wochen 41% (35-47)* 25% (20-30)
Virologische und biochemische Antwort nach 72 Wochen 38% (32-44)* 17% (13-23)

* signifikant besser als Interferon

  • Eine histologische Verbesserung trat bei 63% der Patienten Peginterferongruppe und bei 55% der Interferongruppe ein
  • Die Nebenwirkungsrate war in beiden Kollektiven ähnlich (grippeähnliche Symptome, Haarausfall, Nausea)
  • In einer multiplen Regression zeigte sich, dass folgende Faktoren die Chance auf ein Ansprechen erhöhen: jüngeres Alter, geringere Körperoberfläche, HCV RNA < 2 Millionen Kopien/ml, höherer SGPT Quotient, Fehlen einer Zirrhose oder Brückenfibrosen, nicht HCV 1 Genotyp

Kommentar:

  • Eine einmal wöchentliche Injektion mit Peginterferon ist wirksamer als eine dreimal wöchentliche Injektion von Interferon alfa 2a.
  • Wahrscheinlich ist der Effekt auf die besseren pharmakokinetischen Eigenschaften von Peginterferon bedingt.
  • Es ist noch nicht bekannt, ob Peginterferon besser oder schlechter ist als die Kombination von Interferon und Ribavirin. Ribavirin und Interferon führten in früheren Studien bei 38% bis 43% zu einem virologischen Response.

Literatur:

Peginterferon alfa –2a in patients with chronic Hepatitis C. Zeuzem.S et al. N Engl J Med 2000; 343: 1666-1672 

Ribavirin und Interferon: Poynard et al. Lancet 1998; 352:1426-1432 McHutchinson et al. N Engl J Med 1998; 339:1485-92