Springe zum Inhalt: Artikel

Therapie einer nicht im Spital erworbenen Pneumonie. Lefamulin ist Moxifloxacin nicht unterlegen

Verfasser: Johann Steurer,

Frage:

Wirksamkeit und Sicherheit von Lefamulin, vergleichen mit Moxifloxacin, bei Patienten mit nicht im Spital erworbener Pneumonie?

Hintergrund:

Die Resistenz gegen Antibiotika nimmt bei den häufigen bakteriellen Erregern (Streptococcus pneumoniae und Staphylococcus aureus) der nicht im Spital erworbenen Pneumonie zu. Die Zunahme der Resistenzen und die zunehmenden Vorbehalte gegen Fluoroquinolone führten zur Suche und Entwicklung neuer Antibiotika gegen diese Erreger.
Lefamulin ist das erste Antibiotikum einer neuen Klasse (Klasse der Pleuromutiline) ist das erste zumindest in einigen Ländern zugelassen Antibiotikum gegen die meisten bakteriellen Erreger einer nicht im Spital erworbenen Pneumonie.
In dieser Studie wird die Wirksamkeit von oralem Lefamulin mit der Wirksamkeit von oralem Moxifloxacin bei Patienten mit einer nicht im Spital erworbenen Pneumonie untersucht.

Einschlusskriterien:

  • Akute Erkrankung (weniger als 7 Tage) mit 3 oder mehr die folgenden Symptome (Dyspnoe, neu aufgetretener oder an Intensität zunehmender chronischer Husten, purulentes Sputum, Thoraxschmerzen)
  • PORT Risiko Klasse II bis IV (das ist ein Score zur Einschätzung der Sterblichkeitsrate; I sehr gering und IV am höchsten)
  • Radiographisch nachgewiesenes Infiltrat der Lunge

Ausschlusskriterien:

  • Orale oder intravenöse Antibiotikatherapie innert der letzten 72 Stunden
  • Bestätigte Resistenz, oder Verdacht auf Methicillin-resistente Erreger
  • Hohes Risiko für kardiale Ereignisse
  • Lebererkrankungen

Studiendesign und Methode:

Randomisierte, doppelt verblindete Studie

Studienort:

99 Kliniken in 19 verschiedenen Ländern, weltweit

Interventionen:

  • Gruppe 1: 600 mg Lefamulin 2 x täglich, für 5 Tage
  • Gruppe 2: 400 mg Moxifloxacin pro Tag für 7 Tage

Outcome:

Primärer Outcome

  • Klinisches Ansprechen nach 96 Stunden; ein klinisches Ansprechen wurde definiert als Verbesserung von 2 oder mehr der 4 Symptome und keine Verschlechterung eines Symptoms und erhielten keine andere antibiotische Therapie.
  • Dieser Outcome wurde gewählt, weil er von der FDA für die Zulassung eines neuen Medikaments zur Behandlung einer Pneumonie so verlangt wird.

Sekundäre Outcomes

  • Klinisches Ansprechen nach 5 bis 10 Tagen nach der letzten Dosis des Antibiotikums
  • Verschiedene andere, klinisch nicht so relevante Parameter

Resultat:

  • 804 Patienten wurden für die Eignung für die Studie untersucht, 738 Patienten wurden randomisiert.
  • 96% der Teilnehmer beendeten die Studie.
  • Das mittlere Alter betrug 57 Jahre, zwei Drittel waren jünger als 65 Jahre, etwa die Hälfte waren Frauen, der Mittelwert der Körpertemperatur bei Einschluss lag bei 38.7 °C.
  • Klinisches Ansprechen nach 96 Stunden; in beiden Gruppen bei 90.8% der Teilnehmer.
  • «Geheilt» waren 5 bis 10 Tage nach Absetzen der Antibiotika in der Lefamulin-Gruppe 87.5% und in der Moxifloxacin-Gruppe 89.1%.
  • 33% in der Lefamulin-Gruppe und 25% in der Moxifloxacin-Gruppe berichteten über Nebenwirkungen; die meisten waren mild oder moderat in der Intensität; die häufigsten Nebenwirkungen waren Diarrhoe, Nausea, und Erbrechen. Gastrointestinale Nebenwirkungen waren in der Lefamulin-Gruppe häufiger als in der Moxifloxacin-Gruppe.

Kommentar:

  • Nach den Resultaten dieser Studie ist bei Patienten mit einer nicht im Spital erworbenen Pneumonie eine fünftägige Therapie mit Lefamulin einer siebentägigen Therapie mit Moxifloxacin nicht unterlegen, oder anders ausgedrückt, sie ist ebenbürtig.

Literatur:

Alexander E et alii. Oral Lefamulin vs Moxifloxacin for early clinical response among adults with community-acquired bacterial pneumonia. The LEAP2 randomized clinical trial. JAMA 2019; 322: 1661-1671.