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Körperliches Training plus Verhaltenstherapie bei Alzheimerpatienten
Frage:
Verbessert körperliches Training und eine Verhaltenstherapie durch die betreuende Person die körperliche Funktionsfähigkeit und Stimmungslage von Patienten mit Alzheimer?Einschlusskriterien:
· Alzheimer-Patienten mit einer betreuenden Person, die mindestens vier Stunden pro Tag mit dem Patienten verbringt.
· Zu Hause wohnhaft
Ausschlusskriterien:
· Keine erwähnt
Studiendesign:
Randomisiert, kontrollierte Studie
Studienort:
Seattle, USA
Intervention:
· Interventionsgruppe: Physiotherapeuten lehrten die betreuenden Personen, wie ein Ausdauer-, Kraft- und Gleichgewichtstraining für mindestens 30 Minuten pro Tag durchgeführt wird. Zusätzlichen wurde den betreuenden Personen von Gerontopsychologen erklärt, wie Verhaltensweisen des Patienten, welche zu einer Einschränkung im Alltag und zu Konflikten mit den Betreuern führen, erkannt und behandelt werden können. Dieses Training und verhaltenstherapeutische Programm wurde den Betreuern zu Hause in 21 Sitzungen über sechs Monate vermittelt und gleich angewendet.
· Kontrollgruppe: Übliche Betreuung.
· Das Follow-up betrug für beide Gruppen 2 Jahre.
Outcome:
· Körperliche Funktionsfähigkeit, erfasst mit SF-36-Subkategorien für körperliche Funktionsfähigkeit mit Scores von 0 (starke Einschränkung) bis 100 (keine Einschränkung)
· Mobilität: Sickness Impact Profile, Kategorie für körperliche Mobilität mit Scores von 0 (keine Einschränkung) bis 100 (maximale Einschränkung)
· Depressive Symptome, erfasst mit der Hamilton Depression Rating Scale
Resultat:
· 153 Patienten-Betreuer-Paare wurden in die Studie eingeschlossen.
· Nach drei Monaten zeigte sich bei den Patienten der Interventionsgruppe eine Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit (SF-36). Im weiteren Verlauf bis 18 Monate konnte dieser Gewinn erhalten werden, während nach 24 Monaten das Resultat des SF-36 schlechter war als zu Beginn der Studie. Im Vergleich dazu verschlechterte sich die körperliche Funktionsfähigkeit in der Kontrollgruppe deutlich mehr über zwei Jahre. Nach 24 Monaten gab es signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen zugunsten der Interventionsgruppe.
· Die Mobilität der Patienten der Kontrollgruppe (Mobilitätsscore des Sickness Impact Profile-Fragebogens) verschlechterte sich kontinuierlich während dem Studienverlauf, während die Patienten der Interventionsgruppe ihre Mobilität zwar nicht verbessern, aber zumindest konstant halten konnten.
· Die depressive Symptomatik verbesserte sich in der Interventionsgruppe nicht im Vergleich zur Kontrollgruppe.
· 31 Patienten-Betreuer-Paare (41%) in der Interventionsgruppe und 33 Patienten-Betreuer-Paare (43%) in der Kontrollgruppe beendete die Studie nicht. Die häufigsten Gründe (zwei Drittel in beiden Gruppen) waren eine Überweisung in ein Pflegeheim oder der Tod des Patienten oder Betreuers.
Kommentar:
· In dieser methodisch guten Studie konnte mit einer kombinierten Intervention die körperliche Funktionsfähigkeit und Mobilität von Alzheimer-Patienten zumindest erhalten werden, während sich der Gesundheitszustand der Kontrollgruppe verschlechterte. Es ist jedoch schwierig zu beurteilen, ob die Unterschiede zwischen den Gruppen klinisch bedeutsam waren.
· Das Programm stellt hohe Ansprüche an die betreuende Person, doch es konnte durch eine intensive Betreuung durch Psychologen und Physiotherapeuten durchgeführt werden. Leider wurde nicht erfasst, wie die Betreuer die Art und Intensität des Programms erlebten.
· Es wurde eine kombinierte Intervention aus körperlichem Training und Verhaltentherapie angewendet. Dies entstand aus dem Gedanken, Alzheimer-Patienten auf physischer und psychischer Ebene zu behandeln. Doch dadurch kann die Effektivität der einzelnen Komponenten nicht beurteilt werden. Ausserdem wurden keine Outcomes für die körperliche Leistungsfähigkeit erfasst.
Literatur:
Teri L et al: Exercise plus behavioral management in patients with Alzheimer disease: a randomized controlled trial. JAMA. 2003 Oct 15;290(15):2015-22.
Verfasser: Puhan Milo, 20.10.2003
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