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Rückfall zum Rauchen verhindern – Gibt es erfolgreiche Massnahmen?

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Frage:

Wie wirksam sind Massnahmen, die bei Personen nach erfolgreichem Rauchstopp einen Rückfall zum Rauchen zu verhindern sollen?

Hintergrund:

Ein beträchtlicher Anteil von Personen, die mit Rauchen aufhören konnten, beginnt nach einiger Zeit wieder mit dem Rauchen. Es gibt eine Reihe von präventiven Massnahmen, die bei diesen Personen einen Rückfall zum Rauchen zu verhindern sollen. Deren Wirksamkeit ist jedoch unklar.

 

Einschlusskriterien:

·           Randomisiert, kontrollierte Studien, welche:

o       Personen nach erfolgreichem Rauchstopp einschlossen, die noch in einem Raucherentwöhnungsprogramms oder in einem neuen präventiven Programm zur Verhinderung eines Rückfalls waren (Unterschied zwischen diesen Programmen oft fliessend)

o       Einen Follow-up von mindestens sechs Monaten hatten

o       Rauchabstinenz als Outcome hatten

 

Studiendesign:

Systematic Review

 

Resultat:

·         43 Studien konnten eingeschlossen werden. In 26 dieser Studien wurden Personen eingeschlossen, die nach erfolgreichem Rauchstopp in einem neuen präventiven Programm waren. In diesen Studien wurden Verhaltenstherapien und medikamentöse Therapien (Nikotinkaugummi oder Bupropion) einzeln oder als Kombination untersucht.

·         In den anderen 17 Studien wurden Personen eingeschlossen, noch in einem Raucherentwöhnungsprogramm waren, zum dem aber auch präventive Massnahmen nach dem Rauchstopp gehörten. In diesen Studien wurden auch Verhaltenstherapien und medikamentöse Therapien untersucht.

·         Die Studien waren meist klein. Einige Studien hatten keine eindeutigen Definitionen für Rauchabstinenz oder überprüften diese nicht (zum Beispiel mit Cotinin-Spiegeln).

·         Für Verhaltenstherapien konnte kein präventiver Effekt zur Verhinderung von Rückfällen zum Rauchen nachgewiesen werden.

·         Auch in verschieden Subgruppen von Studien (Frauen in oder nach Schwangerschaft, Militärpersonal oder zu Studienbeginn hospitalisierte Patienten) konnte kein Effekt von präventiven, verhaltenstherapeutischen Massnahmen beobachtet werden.

·         Nikotinkaugummis senkten bei Personen nach erfolgreichem Rauchstopp die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall leicht (odds ratio 1.30, 95% CI 1.06-1.61).

·         Für Bupropion konnte kein präventiver Effekt beobachtet werden (odds ratio 1.25, 95% CI 0.86-1.01).

 

Kommentar:

·         Der Artikel ist relativ schwer lesbar, weil die Methoden und Resultate des Systematic Reviews vermischt werden. Ausserdem war die Literatursuche nicht umfangreich und es ist unklar, ob sie unabhängig von zwei Reviewern begutachtet wurde.

·         Die Arbeit zeigt aber auf, dass die bisherigen Studien wohl nicht ausreichen, um eine abschliessende Beurteilung über Massnahmen zu machen, die bei Personen nach erfolgreichem Rauchstopp einen Rückfall zum Rauchen verhindern sollen. Die Studien zeigten zwar keinen Effekt, doch deren Grösse und methodologische Qualität war zu gering für eine schlüssige Aussage. Es ist beispielsweise möglich, dass wegen ungenügender Definitionen der Rauchabstinenz, nicht nur diejenigen Personen in die Studien eingeschlossen wurden, auf welche die präventiven Massnahmen zugeschnitten waren, sondern auch Personen, die noch gar nicht abstinent waren. Diese Vermischung könnte zu falsch negativen Resultaten geführt haben.

·         Zukünftige Studien zu präventiven Massnahmen nach erfolgreichem Rauchstopp sollten darauf achten, genaue Einschlusskriterien zu formulieren und den Einfluss von anderen Faktoren (confounding) zu kontrollieren. Nur so wird es möglich sein, Verhaltenstherapien und medikamentöse Therapien schlüssig zu untersuchen. Potentiell sind diese Massnahmen nämlich viel versprechend, weil sie auf Personen abgestimmt sind, die prinzipiell fähig und willig sind, mit dem Rauchen aufzuhören.

 

 

Literatur:

Lancaster T. et al: Prevention of relapse after quitting smoking: a systematic review of trials. Arch Intern Med. 2006;166(8):828-35.



Verfasser: Puhan Milo, 30.05.2006
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