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Screening nach Kolorektal-Karzinom: Stuhl DNA Test dem Hämoccult Test nicht überlegen

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Frage:

Ist ein Stuhl DNA Test dem herkömmlichen Hämoccult Screening Test nach kolorektalem Karzinom überlegen?

Hintergrund:

Kolorektale Karzinome sind ein sehr häufiges Krankheitsbild und Vorsorgeprogramme daher sehr wichtig. Genauere und einfacher anzuwendende Tests sind dringend notwendig. Ein neuerer Screening Test ist die Untersuchung des Stuhls auf Adenom- und Karzinom-DNA, über die Genauigkeit dieses Tests liegen allerdings unterschiedliche Angaben vor.

 

Einschlusskriterien:

Patienten im Alter zwischen 50 und 80 Jahren mit durchschnittlichem Risiko für ein kolorektales Karzinom.

 

Ausschlusskriterien:

Strukturelle Untersuchung des Kolons innerhalb der letzten 10 Jahre (Endoskopie oder Radiographie), Fäkalbluttest innerhalb des letzten Jahres, Blutung ab ano innerhalb des letzten Monats, Status nach kolorektaler Resektion, obligate Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika oder Antikoagulation, Koagulopathie, St.n. kolo-rektalem Karzinom oder Adenom, familiäre Hochrisikokonstellation oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

 

Studiendesign und Methode:

·         Multizentrische, prospektive Studie

·         Folgende Tests wurden durchgeführt: Hämoccult, Hämoccult-Sensa, DNA Stuhl Test 1 (Erfassung von 21 Punktmutationen) und DNA Stuhl Test 2 (drei tumorspezifische Marker, welche relativ breit bei kolorektalen Karzinomen aber auch Adenomen ansprechen).

·         Die Untersuchungen bezogen sich auf screening relevante Befunde (Karzinom im noch kurativen Stadium, high-grade Dysplasie und Adenome > 1cm).

·         Der Kontroll-Test (Goldstandard) war bei allen Patienten eine vollständige Kolonoskopie.

 

Outcome:

·         Primär: Wertigkeit des DNA Stuhl Tests 1 verglichen mit den Hämoccult-Tests

·         Sekundär: Wertigkeit des DNA Stuhl Tests 2 verglichen mit den Hämoccult-Tests

 

Studienort:

USA

 

Resultat:

·         Zwischen 2001 und 2007 wurden initial 4482 Patienten eingeschlossen, 3764 qualifizierten für die Auswertung. Bei all diesen Patienten konnte der Hämoccult- und der Hämoccult-Sensa-Test durchgeführt werden; der DNA Stuhltest 1 allerdings nur bei den ersten 2497, da dieser Test im Anschluss vom Hersteller nicht mehr angeboten wurde. Bei einer Auswahl von Patienten (alle mit einem screening relevanten Befund und eine Gruppe von 75 Patienten ohne kolonoskopischen Befund) wurde der DNA Stuhltest 2 durchgeführt.

·         Es wurden insgesamt 290 (7.7%) screening relevante Befunde festgestellt: 39 lokalisierte Karzinome oder high-grade Dysplasien und 251 Adenome von 1cm oder grösser.

·         Die Sensitivitäten und Spezifitäten sind in den unten stehenden Tabellen eingetragen. In der ersten Tabelle die Resultate der ersten 2497 Patienten und in der zweiten Tabelle die Resultate der oben beschrieben, mit den DNA Stuhl Test 2 getesteten 365 Patienten.

 

 

Sensitivität

Spezifität

Hämoccult

11% (95% CI 6-16%)

98% (95% CI 98-99%)

Hämoccult-Sensa

21% (95% CI 15-27%)

97% (95% CI 96-97%)

DNA Stuhl Test 1

20% (95% CI 14-26%)

96% (95% CI 95-97%)

 

 

Sensitivität

Spezifität

Hämoccult

16% (95% CI 10-22%)

-

Hämoccult-Sensa

24% (95% CI 17-31%)

-

DNA Stuhl Test 2

46% (95% CI 38-55%)

-

 

·         Die Rate an falsch positiven Patienten betrug beim DNA Stuhl Test 2 16%, beim Hämoccult 4% und beim Hämoccult-Sensa 5%. Über die Spezifität konnte aufgrund der Unterrepräsentation der gesunden Probanden in dieser Gruppe keine Aussagen gemacht werden.

 

Kommentar:

·         Die Autoren schlussfolgern, dass der DNA Stuhl Test 1 gegenüber den Hämoccult-Tests keine wesentliche Verbesserung im Screening nach kolorektalen Karzinomen mit sich bringt. Der DNA Stuhl Test 2 zeigt eine wesentlich bessere Sensitivität verglichen mit den Hämoccult-Tests bei einer ebenfalls deutlich gesteigerten falsch positiven Rate; eine Aussage bezüglich Spezifität ist nicht möglich.

·         Die Interpretation dieser Ergebnisse muss mit Vorsicht geschehen, denn in der Poweranalyse wurden inital 4400 Patienten kalkuliert zur Detektierung eines Unterschiedes zwischen den Tests, aufgrund des Wegfalls des DNA Stuhl Tests 1 im Verlaufe der Studie lagen aber nur die Daten von knapp 2500 Patienten vor. Eine Abschätzung der klinischen Wertigkeit des DNA Stuhl Tests 2 ist ohne Angaben zur Spezifität nicht möglich.

 

Literatur:

David A. Ahlquist et al. Stool DNA and Occult Blood Testing for Screen Detection of Colorectal Neoplasia. Ann Intern Med. 2008; 149:441-450.



Verfasser: Umbehr Martin, 16.10.2008
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