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Im Spital beginnende Rauchstopp-Interventionen vielversprechend

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Frage:

Sind Rauchstopp-Interventionen, die bereits im Spital begonnen und hinterher fortgeführt werden, effektiv?

Hintergrund:

Ein Spitalaufenthalt in einem rauchfreien Krankenhaus ist eine gute Gelegenheit, Rauchstopp-Interventionen (Beratungen oder Pharmakotherapie) durchzuführen. In den USA wurde das Vorhandensein solcher Interventionen neu als Qualitätskriterium für Spitäler eingeführt. Diese Studie soll die bisherige Evidenz für die Effektivität dieser Interventionen in der Literatur zusammenfassen.

 

Einschlusskriterien:

·         Randomisiert und quasi-randomisiert kontrollierte Studien, die hospitalisierte Raucher oder Personen, die innerhalb des letzten Jahres mit Rauchen aufgehört hatten, einschlossen. Die Patienten mussten ein Follow-up von mindestens 6 Monaten gehabt haben.

·         Studien mit jeder Art von Rauchstopp-Intervention, die während der Hospitalisation begonnen wurde, und die die Motivation zum Rauchstopp erhöhen sollte oder einen Rückfall verhindern sollte.

·         Die Durchführung der Interventionen war nicht an eine Berufsgruppe gebunden.

·         Der vorherrschende Outcome war Rauch-Abstinenz mindestens 6 Monate nach der Intervention.

·         Ausgeschlossen wurden Studien, bei denen Patienten wegen psychischen Problemen oder Drogenabhängigkeit hospitalisiert worden waren.

 

Studiendesign und Methode:

Systematic Review. Rauchstopp-Interventionen, die sich auf Beratung bezogen, wurden in 4 Gruppen eingeteilt:

1. Einmaliger Kontakt im Spital von ≤15 Minuten und keine Kontakte nach Spitalentlassung.

2. Mindestens ein Kontakt im Spital >15 Minuten und keine Kontakte nach Spitalentlassung.

3. Jede Art von Kontakt im Spital und Kontakt nach Spitalaufenthalt über ≤ 1 Monat.

4. Jede Art von Kontakt im Spital und Kontakt nach Spitalaufenthalt über > 1 Monat.

 

Resultat:

·         33 Studien aus 9 verschiedenen Ländern, die zwischen 1990 und 2007 durchgeführt wurden, konnten eingeschlossen werden.

·         Die Qualität der Studien war moderat. Je die Hälfte der Studien gab die Rauch-Abstinenz als nachhaltige Abstinenz (sustained abstinence) und als Punktprävalenz der Abstinenz (point prevalence) an. 26 Studien validierten den angegebenen Rauchstopp mit biochemischen Methoden.

·         Die Interventionen enthielten Beratung und/oder Pharmakotherapie in unterschiedlichem Umfang.

·         Von den Interventionen, die sich auf Rauchstopp-Beratung bezogen, konnte die Interventionen der Kategorie 4 mit intensiver stationärer Beratung und Kontakt nach Spitalentlassung über 1 Monat einen signifikanten Effekt auf die Rauch-Abstinenz nach 6 Monaten zeigen (nachdem eine Studie mit einem extremen Resultat ausgeschlossen wurde, und so die Heterogenität sank) (17 Studien, Odds Ratio 1.65, 95%CI 1.44-1.90).

·         Die Signifikanz dieses Zusammenhangs war unabhängig vom gleichzeitigem Einsatz von Pharmakotherapie, obwohl das Ausmass des Effektes abnahm, wenn die Studien, in denen auch Pharmakotherapie benutzt wurde, aus der Analyse ausgeschlossen wurden (OR 1.36, 95%CI 1.04-1.77).

·         Ebenso blieb die Signifikanz erhalten, wenn man die Studien ausschloss, in denen die Patienten vorhatten, nach der Hospitalisation mit dem Rauchen aufzuhören. Hier nahm der Ausmass des Effektes leicht zu (Odds Ratio 1.70, 95%CI 1.38-2.09).

·         Auch veränderte sich nicht die Signifikanz der Ergebnisse, wenn man die Studien mit schlechter methodologischer Qualität, Studien ohne biochemische Validierung des Rauchstopps oder Studien, in denen nur aktuelle Raucher eingeschlossen waren, ausschloss.

·         Wenn man die Studien je nach zugrundeliegender Diagnose der eingeschlossenen Patienten beurteilte, so blieben die Ergebnisse bei Studien mit Patienteneinschluss unabhängig von Diagnose (OR 1.43, 95%CI 1.17-1.75) und mit kardiovaskulären Diagnosen (OR 1.81, 95%CI 1.53-2.15) gleich.

·         Bei Interventionen, die sich auf die zusätzliche Gabe von Pharmakotherapie zur Beratung bezogen, konnte ein nicht-signifikanter Effekt gegenüber Beratung alleine auf Rauch-Abstinenz nach 6 Monaten gezeigt werden (5 Studien, Odds Ratio 1.47, 95%CI 0.92-2.35, Heterogenität I2 =41.7%).

 

Kommentar:

·         Die Autoren schliessen aus den Ergebnissen, dass eine intensive Rauchstopp-Beratung für alle hospitalisierten Raucher, die während einer Hospitalisation beginnt und mindestens bis einen Monat nach Entlassung weitere Kontaktaufnahmen beinhaltet, die Wahrscheinlichkeit für einen Raucherstopp nach 6 Monaten um 65% gegenüber einer alleinigen Hospitalisation erhöht. Eine zusätzliche Pharmakotherapie mit Nikotinersatztherapie (NRT) kann diesbezüglich unterstützend wirken.

·         Für weitere Pharmakotherapien und den Vergleich von Pharmakotherapie mit Beratung im Krankenhaus-Setting fehlt bisher die Datenlage. Es scheint aber plausibel, dass diese zwei Interventionen synergistisch wirken können.

·         Ob und welche Rolle die Stellung der Person spielt, die die Intervention vermittelt hat, muss noch untersucht werden.

·         Ebenso wäre es interessant zu untersuchen, welche Auswirkungen diese Interventionen auf Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten und gesundheitsrelevanten Outcomes, wie Mortalität haben.

 

Literatur:

Rigotti NA et al.: Smoking cessation interventions for hospitalized smokers: a systematic review. Arch Intern Med. 2008 Oct 13;168:1950-60.



Verfasser: Spaar Anne, 24.10.2008
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