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Körperliche Aktivität senkt das Risiko für proximale Femurfraktur

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Frage:

Welche Bedeutung haben Art, Intensität und Dauer der körperlichen Aktivität für die Prophylaxe einer proximalen Femurfraktur bei postmenopausalen Frauen?

Einschlusskriterien:

  • Postmenopausale Frauen aus der Nurses Health Study ab 1986

Ausschlusskriterien:

  • Status nach proximaler Femurfraktur
  • Malignom, Herzerkrankung, Status nach Schlaganfall, bekannte Osteoporose

Studiendesign:

Prospektive Kohortenstudie

Studienort:

USA (Nurses Health Study)

Follow Up:

  • 1986-1998
  • 2-jährliches Update der Informationen mittels Fragebogen während des Follow-Up

Outcome:

  • proximale Femurfraktur nach geringem oder mittelstarkem Trauma (proximale Femurfraktur nach starkem Trauma, z.B. Verkehrsunfall, war ausgeschlossen)

Resultat:

Outcome

“Walking”

< 1h/Woche

“Walking”

> 1h/Woche

“Walking”

> 3h/Woche

“Walking”

> 5h/Woche

“Walking”

> 8h/Woche

Proximale Femurfraktur

Relatives Risiko

(95% CI)

1.00

0.74

(0.57-0.95)

0.63

(0.46-0.85)

0.47

(0.34-0.65)

0.41

(0.29-0.57)

Proximale Femurfraktur

Fälle pro 100'000 Personenjahre

98.2

81.0

72.3

54.6

48.7

 

  • Insgesamt wurden Daten von n=61’200 Frauen ausgewertet
  • Durchschnittsalter der Frauen: 61 Jahre
  • Es wurden insgesamt 7 verschiedene Aktivitäten befragt. Zur besseren Vergleichbarkeit wird der Energieverbrauch in Stunden „Walking“ pro Woche dargestellt. Die mittlere Gesamtaktivität entsprach etwa 2.3 Stunden Walking pro Woche
  • Die Ergebnisse änderten sich nach Adjustierung für relevante Kovariablen (z.B. Hormonersatztherapie, Raucherstatus, Ernährungsgewohnheiten) nur unwesentlich.

 

Kommentar:

  • Die Summe der körperlichen Aktivität aus Sport und Freizeit reduzierte dosisabhängig das Risiko für eine proximale Femurfraktur.
  • Bereits moderate körperliche Aktivität zeigt einen protektiven Effekt. Ebenso hatte vermehrtes Stehen einen positiven Einfluss.
  • Der protektive Effekt bestand auch, wenn die körperliche Aktivität erst in späteren Jahren aufgenommen wurde, allerdings musste die Aktivität dann kontinuierlich beibehalten werden.
  • Sehr aktive Frauen ohne Hormonersatztherapie hatten den gleichen Schutzeffekt wie Frauen mit Hormonersatztherapie, selbst wenn die Letzteren aktiv waren.
  • Ebenso wie körperliche Aktivität ist ein höherer Body-Mass-Index mit einem reduzierten Risiko für eine proximale Femurfraktur verbunden.
  • Zwar reduzierte sich das relative Risiko durch körperliche Aktivität deutlich, das absolute Risiko pro Jahr für eine proximale Femurfraktur wurde jedoch nur um etwa 0.1% vermindert.
  • Offen bleibt, ob diese Ergebnisse auch auf wesentlich ältere Kollektive mit höherem Frakturrisiko übertragbar sind (siehe auch Evimed-Artikel: Bewegung gegen Osteoporose).

Literatur:

Feskanich D. et al.: Walking and Leisure-Time Activity and Risk of Hip Fracture in Postmenopausal Women. JAMA 2002; 288: 2300-2306.



Verfasser: Klaus Eichler, 20.12.2002
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