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Inzidenz für Diabetes mellitus Typ 2 abhängig von Ernährungsgewohnheiten.
Frage:
Haben die Ernährungsgewohnheiten einen Einfluss auf die Entwicklung eines Typ 1 Diabetes mellitus?Kohorte und Methodik:
- 52529 im Gesundheitsbereich tätige Männer (Zahnärzte, Veterinärmediziner, Pharmazeuten, Optiker, Osteopathen, Orthopädisten) im Alter 40-75 Jahre füllten einen detaillierten Fragebogen zu Anamnese, Diätgewohnheiten, körperliche Aktivität und Risikofaktoren aus.
- Der Fragebogen enthielt 131 Items zu Ernährungsgewohnheiten. Daraus wurden 37 Hauptnahrungsmittelgruppen gebildet (z.B. grünblättrige Gemüsesorten) und mittels Faktoranalyse zu zwei Hauptgruppen zusammengefasst: „Gesunde Ernährungsweise“ und „Westliche Ernährungsweise“. Jeder Patient erhielt hinsichtlich seinen Angaben zur Ernährung eine Score für beide Gruppen.
- Confounders: Variablen, die den Outcome beeinflussen, aber nicht direkt davon abhängig sind wurden erhoben und wurden in die Berechnungen miteinbezogen (z.B. Nikotin, Hypertonie, Alter, körperliche Aktivität, Familienanamnese für D.M. Typ 2).
Ausschlusskriterien:
-
Nichtangabe der täglichen Kalorieneinnahme, unvollständige Angaben zu den Ernährungsgewohnheiten im Fragebogen.
Personen mit Diabetes, kardiovaskulären Krankheiten oder Krebs.
Prospektive Kohortenstudie.
Studienort:
USA. Studiendauer: 1986 bis 1998.
Exposition:
- „Gesunde Ernährungsweise“: Hoher Anteil an Gemüse, Fisch, Geflügelfleisch und Vollkornprodukten.
- „Westliche Ernährungsweise“: Hoher Anteil an „rotem“ Fleisch oder Wurstwaren, Pommes frites, Eiern, Milchprodukte mit hohem Fettanteil, Weissmehlprodukte, Süssigkeiten und Süssspeisen.
Outcome:
- *Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 (nach WHO-Kriterien 1985).
* die Richtigkeit der im Fragebogen gemachten Angaben konnte in einer Stichprobe von 59 Patienten in 97% überprüft werden.
Resultat:
- Von den 52529 Männer konnten 42504 in die Kohorte eingeschlossen werden. Von diesen Männern entwickelten 1321 einen Diabetes.
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Outcome: |
1.Quintile |
3. Quintile |
5. Quintile |
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Gesunde Ernährungsweise |
1 291 |
0.96 (0.81-1.14) 286 |
0.84 (0.70-1.00) 252 |
n.s. |
|
Westliche Ernährungsweise Anzahl Diabetesfälle |
1 177 |
1.34 (1.10-1.63) 274 |
1.59(1.32-1.93) 361 |
<0.001 |
* angepasst für körperliche Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum, Serum-Cholesterin, Abstammung, Hypertonie, familiäre Belastung für Diabetes mellitus, Alter, BMI.
- Hohe Scores in den oberen Quintilengruppen repräsentieren die „Idealfälle“ einer gesunden oder ungesunden Ernährung.
- In der Kohorte mit tendenziell gesunderen Ernährungsgewohnheiten konnten durch hohe Scores die Diabetesfälle nicht signifikant gesenkt werden.
- In der Kohorte mit westlicher Ernährungsweise und hohen Scores nahmen die Diabetesfälle um knapp das 1.6 fache zu.
- In den Subgruppen Alter, pos. Familienanamnese, BMI und körperliche Aktivität war die „western pattern“ Ernährung signifikant assoziiert mit der Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2. Am ausgeprägtesten war diese Assoziation für die Adipositas (BMI ³ 30kg/m2).
Kommentar:
- In dieser Kohortenstudie an US-amerikanischen Männern konnte die Assoziation der „westlichen Ernährungsweise“ mit der Entwicklung eines Diabetes mellitus gezeigt werden. Personen mit ausgewogener Ernährungsweise hatten keinen Nachteil gegenüber Personen die sich ausschliesslich gesund ernährten (5. Quintile und gesunde Ernährungsweise).
- Durch das Self-reporting dürften die wahren Zahlen der Diabetesfälle eher unterschätzt werden. Andererseits handelt es sich bei den Studienteilnehmern um im Gesundheitsbereich tätige Männer mit tendenziell höherem Gesundheitsbewusstsein.
- Die Studie wurde nur an Männern durchgeführt und die Daten lassen sich nicht auf Frauen anwenden.
- Die Autoren lassen einen im unklaren, wie hoch die Rücklaufquoten bzw. die Dropouts in der Kohorte war. Zudem ist nicht klar ersichtlich, inwiefern sich die Kalorienzufuhr zwischen den einzelnen Quintilengruppen unterschied.
Literatur:
Verfasser: Michael Koller, 07.03.2002
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